Allerheiligen

…das also ist er nun, der Herbst in der Steiermark…
 Es gibt bei Gott schlechtere Orte, wo man zu Allerheiligen sein kann. Auf dem Friedhof zum Beispiel. Bei dieser alljährlichen Herbstmodenschau eifrig nach außen so tun, als ob man an die Verblichenen denken würde – was nur die wenigsten wirklich tun. Das wäre an einem solchen Tag so ziemlich die schlechteste Idee. Hingegen dort, wo das Leben und Sterben wirklich daheim sind, da fällt das Denken und Gedenken leichter. Da stört kein Verkehrschaos rund um den Friedhof, da sind einem die paar Leute nicht wirklich im Weg, da gelingt es, sich der eigenen Irrelevanz auf eine heitere Art bewusst zu werden. Ich stehe nicht inmitten von tausend gehetzten Gelegenheits-Christen rum und starre auf Plätze, wo vergrabene Knochen liegen.

Ich bin draußen wo ich atmen kann. An so einem Tag dann erst recht.

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