Jetzt ist es soweit – die iGeräte haben gewonnen

Wer hätte sich das vor ein paar Jahren noch gedacht: Microsoft mit seinen mobilen Bemühungen am Boden zerstört, RIM´s Beerenfrüchte faulen unhaltbar vor sich hin und Nokia rennt jeden Tag noch ein bisschen planloser hin und her. Ganz vorne am Buffet stehen Apple und die Android-Herde und spachteln die Marktanteile und somit die Profite weg. Wobei: Richtig reich wird in dem Business nur Apple, alle anderen sind schon froh, wenn sie dabei nicht verhungern.

Und jetzt, nach langem Hauen und Stechen ist auch in meiner Firma die Entscheidung gefallen. Der Platzhirsch muss – weil erstens technisch in der Kreidezeit steckengeblieben und zweitens einfach komplett ohne Manager-HabenWollenFaktor – das Unternehmen langsam aber sicher verlassen. Die Schwarzbeeren werden also aus einem weltweit agierenden Konzern mit über 17.000 Mitarbeitern verbannt. Und wenn man sich betrachtet, wie dämlich und völlig realitätsverweigernd diese Firma agiert hat (und auch weiterhin zu agieren gedenkt!), dann muss man sagen: Geschieht ihnen recht. Also gibt es ein Erbe zu verteilen. Während des letzten Jahres wurden die möglichen Nachfolger eingehend evaluiert, beschnuppert, durchgerechnet und mit ellenlangen Pro- und Contra-Listen versehen. Es war ein mühsamer Prozess, der nebenbei auch noch offenbart hat, wie wenig man sich in den letzten Jahren um das Thema gekümmert hat, Blackberry Enterprise Server sei´s gedankt.

Das wenig überraschende Ergebnis des Evaluierung-Marathons: Neben dem sterbenden Blackberry-Ökosystem ist in Zukunft konzernweit genau eine einzige Plattform erlaubt: iOS. Punkt und aus. Microsoft: Indiskutabel in der jetzigen Form, die brauchen mindestens noch ein paar Jahre, um möglicherweise wieder Anschluss zu kriegen (falls ihnen das überhaupt wieder gelingt). Viele haben zwischendurch mit wachsender Begeisterung „Android!“ gebrüllt und sahen angesichts wachsender Marktanteile die Sache schon als gegessen an. Aber Android ist ironischerweise genau das zum Fallstrick geworden, was alle iPhone-Hasser und Android-Werbetrommler seit Bestehen des Systems als grössten Vorteil hinausposaunen: Die Offenheit des Systems. Das mögen Firmen nämlich so richtig schön gar nicht. Sicher, mit der gewählten Mobile Device Management Lösung hätte man auch die Androiden an die kurze Leine legen können, aber schon die Gerätevielfalt allein hat das ganze System aus der Wertung geschossen. Von den teilweise abstrusen Update-Szenarien der Hersteller mal ganz abgesehen. Da steckt zu viel Anarchie drin, da hat sich letztlich niemand darüber getraut.

Nein, das zugenagelte und absolut spielraumfreie iOS hat das Rennen gemacht. Vom musik-dudelnden Spielzeug zum Business Gerät. Das System, das keine Widgets kennt und schon gar nicht erlaubt. Das System, welches dogmatischer ist als alle bisherigen Päpste zusammengerechnet. Und zwar aus genau dem Grund wird jetzt Apple noch reicher: Die Anzahl der zu supportenden Systeme kann man nämlich an einer Hand abzählen und die funktionieren netterweise auch noch alle gleich. Das freut den Support und war recht schnell in Zahlen gegossen. Sowie die systembedingt geringere Anfälligkeit gegenüber diversen Schädlingen und dergleichen. Keine Speicherkarte! Kein USB-Anschluss! Die Security-Guys haben erleichtert geseufzt und den Fall abgenickt. Und nicht zuletzt ist man laut Insidern in gewissen Meetings ohne ein iPad nebst iPhone einfach nicht korrekt angezogen. Man muss den Krempel also nicht erst trickreich dem Vorstand unterjubeln und denen mit Müh´und Not ein Spielzeug schmackhaft machen, nein. Das braucht es alles nicht, die warten nämlich schon geifernd auf die ersten Geräte. iPad´s sind begehrter als Dienstreisen nach Las Vegas, man muss nur schauen, dass man die Geräte schnell genug ranschaffen kann.

Und so starten wir jetzt in das Abenteuer „iOS im Unternehmen“, mit allen damit verbundenen Achterbahnfahrten und irgendwie endlich wieder mal ganz von der grünen Wiese weg. Es wird spannend…

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